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Das Potential des Gebäudesektors in der Energiewende: Sieben Fakten zur Wärmewende in Deutschland

Eschborn, 24. November 2020. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Wenn dieses Ziel erreicht werden soll, ist es unumgänglich, dem Gebäudesektor besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Allein bis 2030 sollen hier 45 Mio. t CO2 eingespart werden. Warum genau der Sektor so entscheidend für die Energiewende ist und welche Möglichkeiten und Ansätze für die Immobilienwirtschaft bestehen, um die Wärmewende gelingen zu lassen, zeigen die folgenden sieben Fakten. Sie stammen aus dem Factbook „Energiewende in Gebäuden – Bedeutung der Digitalisierung“, das Techem, ein führender Serviceanbieter für smarte und nachhaltige Gebäude, gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institute erstellt hat.

 

1 - Gebäude sind einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen 

In der öffentlichen Debatte zur Energiewende liegt der Fokus oftmals auf der Stromversorgung. Aber: Mit 122 Mio. t CO2-Äquivalenten im Jahr 2019 liegt der Gebäudesektor auf Platz 3 der größten Verursacher von Treibhausgas-Emissionen. Dabei ist CO2-Neutralität im Gebäude möglich. Das Einsparpotenzial bei Gebäudehülle, Nutzer und Anlagentechnik liegt bei rund 43 Prozent, weitere 47 Prozent CO2-Einsparung können durch regenerative Energien beigesteuert werden.

2 - Gebäudeautomation kann einen enormen Beitrag leisten

Mit den zum jetzigen Zeitpunkt verabschiedeten Maßnahmen im Gebäudesektor lassen sich 27 Mio. t CO2 bis 2030 einsparen – das sind 18 Mio. t weniger als das im Klimaschutzproramm festgelegte Ziel von 45 Mio. t CO2-Einsparung. Rund zwei Drittel der Differenz ließen sich durch den gezielten Einsatz von Gebäudeautomation ausgleichen.

3 - Smart Home boomt in Deutschland  

Mit einem Umsatz von mehr als 4,3 Mrd. Euro ist Deutschland weltweit der drittgrößte Markt für Smart Home-Anwendungen. Und auch in den kommenden Jahren soll der Umsatz dynamisch wachsen. Die meisten Haushalte setzen dabei bereits auf das richtige Pferd: Die größte Motivation zur Anschaffung ist die Energieersparnis (39 Prozent). Weitere Anschaffungsgründe sind Fernsteuerung (38 Prozent) oder Automatisierungsmöglichkeiten (35 Prozent).

4 - Smart Meter für intelligentes Messen

Ein weiterer zentraler Baustein der Digitalisierung von Gebäuden ist der Smart Meter-Rollout, der bis 2032 in Deutschland geplant ist. Smart Meter helfen, erneuerbare Energien besser in das Energiesystem einzubinden und machen den Verbrauch transparenter. Rund 35 Millionen der intelligenten Messsysteme und Zähler sollen bis 2032 installiert werden.

5 - Weniger Energieverlust durch Kraft-Wärme-Kopplung    

Auch die Sektorenkopplung von Strom, Wärme und Verkehr ist ein entscheidender Bestandteil der Energiewende. Mittels Kraft-Wärme-Kopplung zum Beispiel, also der gemeinsamen Erzeugung von Strom und Wärme, kann der Energieverlust in Kraftwerken deutlich reduziert werden. Bei der getrennten Erzeugung sind 66 Prozent mehr Energie erforderlich, um die gleiche Menge Strom und Wärme zu erzeugen.

6 - Im Wärmesektor fehlt grüne Energie

Neben dem sorgsamen Umgang mit der zur Verfügung stehenden Energie ist der Ausbau von erneuerbaren Energien die zweite zentrale Säule der Energiewende. Der Strombereich ist bereits heute mit 55 Prozent grün. Wie ist die Lage im Wärmesektor? Noch immer stammen gut 85 Prozent der Energie, die für Heizungen, Warmwasser oder Klimaanlagen benötigt wird, aus Öl, Gas und Kohle. Die Nutzung von Geo- und Solarthermie, Biogas oder Biomasse ist weit abgeschlagen.

7 - Hoher Sanierungsbedarf bei Wohngebäuden

Der Wärmeverbrauch neuer Gebäude wurde durch energetische Vorschriften stark verringert, jedoch ist der gesamte Wärmeverbrauch über die Jahre kaum gesunken. Woran liegt das? Rund zwei Drittel aller Wohngebäude sind älter als 40 Jahre. Und rund die Hälfte der Wohngebäude in Deutschland sollte in den kommenden 20 Jahren saniert werden. Denn: Vollsanierte Gebäude verbrauchen 38 KWh/m3 im Jahr bzw. 22 Prozent weniger Heizenergie als unsanierte Gebäude. Auch der Unterschied zu teilsanierten Gebäuden beträgt noch rund 19 Prozent, nämlich 31 KWh/m3 pro Jahr.

Das Factbook „Energiewende in Gebäuden – Bedeutung der Digitalisierung“ zeigt den Status quo zu den Themen Energie, Wohnen und Digitalisierung sowie welche Lösungen es gibt, um Wärme in privaten Gebäuden effizienter zu gestalten – von Smart Building über Dekarbonisierung bis zur Sektorenkopplung. Die Basis des Factbooks bildet eine umfassende Datenrecherche auf der Grundlage aller öffentlich verfügbaren Quellen sowie professioneller Datenbanken.

Das Factbook steht Ihnen hier zur Verfügung.

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